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Multitasking in der virtuellen Realität der Gegenwart

ein experimenteller virtueller lebensraum

Cannabinoid-Rezeptoren

Veröffentlicht am 19. Mai 2012 von multi in Science

 

"Cannabinoid-Rezeptoren sind Bindungsstellen für Cannabinoide auf Nervenzellen des ZNS und anderen Zelltypen. Sie sind Teil des endogenen Cannabinoid-System (ECS).

Die Isolierung und Strukturaufklärung des Hauptwirkstoffs von Cannabis sativa, des delta9-Tetrahydrocannabinols (THC), Mitte der 1960er Jahre markierte einen Meilenstein im Verständnis der Wirkung von Cannabis-Produkten. Danach dauerte es noch weitere Jahre, bis das endogenes Cannabinoid-System|endogene Cannabinoid-System (ECS) charakterisiert war. 1988 wurden erstmals eindeutige Beweise für die Existenz von spezifischen Bindestellen für Cannabinoide im Gehirn von Ratten erbracht.

Man unterscheidet zwei Formen von membranständigen Cannabinoid-Rezeptoren:

  • Cannabinoid-Rezeptor 1 (CB1)

  • Cannabinoid-Rezeptor 2 (CB2)

Die beiden Cannabinoid-Rezeptoren sind über inhibitorische G-Proteine an Adenylatcyclase gekoppelt und verhindern so die Umwandlung von Adenosinmonophosphat (AMP) in zyklisches AMP (cAMP). CB1- und CB2-Rezeptoren sind zu 44% identisch (in den Transmembrandomänen zu 68%).

CB1-Rezeptoren wurden erstmals 1990 geklont. Sie weisen sieben Transmembrandomänen auf, bestehen aus 472 Aminosäuren und kommen hauptsächlich im zentralen Nervensystem (ZNS) vor, vorwiegend auf Interneuronen in Regionen, die für Motorik, Schmerzempfinden und Lernen zuständig sind. Eine weiter Funktion ist die Regulierung der Neurotransmitter-Freisetzung durch die negative Beeinflussung von spannungsgesteuerten Ca2+-Kanälen des N , P/Q- und L-Typs und die positive Beeinflussung von A-Typ und einwärts gerichteten K+-Kanälen. Es wird auch eine Freisetzung von Arachidonsäure bewirkt.

CB2-Rezeptoren wurden 1993 geklont, weisen ebenfalls sieben Transmembrandomänen auf und bestehen aus 360 Aminosäuren. Sie sind im Immunsystem in Mastzellen, B- und T-Lymphozyten lokalisiert. Ihre Funktion ist noch nicht eindeutig geklärt, aber sie scheinen die Cytokin-Freisetzung zu beeinflussen.

Es gibt inzwischen auch Hinweise, daß noch ein oder mehrere zusätzliche Cannabinoid-Rezeptoren existieren, allerdings stehen Beweise auf molekularer Ebene bisher noch aus."

schreibt flexikon.doccheck.com.

 

Zur Wirkung von Cannabis schreibt cannabislegal.de:

 

"Damit eine psychoaktive Substanz, wie THC, wirken kann, muß sie an einer bestimmten Stelle der Nervenzelle - dem Rezeptor- gebunden werden. THC paßt auf diesen Rezeptor wie ein Schlüssel in ein Schloß. Die Entdeckung des Rezeptors für THC zu Beginn der 1990er Jahre führte zu einem völlig neuem Verständnis zur Wirkung des THC im Gehirn: Damit ist der Wirkstoff des Hanfes kein "mysteriöses Gift" mehr, das sich in das Gehirn der Konsumenten einschleicht, sich diffus ausbreitet und es schließlich zersetzt. Damit ist THC vielmehr der Schlüssel zu vielen Schlössern, mit dem sich vorher verschlossene Türen in unserem Gehirn öffnen lassen. Marcia Barinaga schrieb 1992: "Natürlich haben sich diese Rezeptoren nicht über Jahrmillionen entwickelt, um herumzuhängen, bis jemand "high" werden könnte. Aber was ist dann ihre natürliche Funktion in unserem Körper? Und welche körpereigenen Stoffe passen auf sie?" Diese Frage konnte noch im selben Jahr beantwortet werden: Das körpereigene THC heißt Anandamid, ein Derivat der Arachidonsäure, einer in den Zellmembranen vorhandenen Fettsäure. Der Begriff Ananadamid kommt zum Teil aus dem indischen Sankskrit: ananda = Glückseeligkeit. Im Tierversuch lösen Ananamide das gesamte Wirkungspektrum aus, das auch vom THC bekannt ist: Anandamide beeinflussen Bewegungskoordination, Emotionen und Gedächtnisfunktionen. Anandamide lassen Schmerzen vergessen aber auch Kleinigkeiten; sie setzen uns eine rosa Brille auf, machen gesellig und friedfertig, aber auch medidativ und müde. Immer wenn wir uns angenehm fühlen, rollt sich unser Gehirn sozusagen einen Anandamid-Joint. Man findet Nervenzellen mit THC/Anandamid-Rezeptoren vor allem im Bereich des Kleinhirns und der Basalganglien, wo die Bewegungsabläufe und die Feinmotorik koordiniert werden; über die THC-Wirkung auf das Kleinhirn wird deshalb die Schwierigkeit zu koordinierter Bewegung nach hohem Cannabiskonsum erklärt. Ferner befinden sich THC/Anandamid-Rezeptoren im Hippocampus (Teil des Gefühlzentrums) sowie der vorderen Großhirnrinde (Ort des Bewußtseins und Gedächtnisses). Die üblichen Cannabiswirkungen, wie Hochstimmung (Euphorie), das Herbeiführen traumähnlicher Zustände usw. werden mit der Wirkung von THC in diesen Gehirnbereichen in Verbindung gebracht. Der Hirnstamm, der lebenswichtige Körperfunktionen wie die Atmung steuert, enthält allerdings keine bzw. kaum Rezeptoren für THC/Anandamid. Hieraus erklärt man sich, daß THC (im Unterschied zu den Opiaten) keinen Einfluß auf lebenserhaltende Grundfunktionen hat. Dies mag auch der Grund dafür sein, warum auch extrem hoher Cannabiskonsum bislang noch niemals zum Tode führte (anders als bei Alkohol und Heroin). THC gilt somit als die "ungiftigste" psychoaktive Substanz schlechthin. (Das Verhältnis von psychoaktiv wirksamer zu tödlicher Dosis beträgt für: THC ca. 1 : 20.000 (vermutet), LSD, Psilocybin ca. 1 : 1000 (vermutet), Ecstasy (MDMA) ca. 1 : 10, Alkohol 1 : 8, Heroin ca. 1 : 4, Strychnin ca. 1 : 2) "

 

 

 

 

 

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